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Junge Ökologen fordern klare Regeln und einen Moralkodex für Wikileaks

Angesicht der jüngsten Debatte um die Enthüllungsplattform schließt sich der Bundesverband der Jungen Ökologen der Kritik an den Reaktionen einiger US-Konzerne an.

Es sei völlig inaktzeptabel, wenn Firmen z.B. Spendengeld-Konten einer gemeinnützigen Stiftung sperren, so Christian Stadelmann, Bundesvorstandsmitglied der Jungen Ökologen. Wikileaks bietet Menschen die Möglichkeit, Informationen von landesweiter oder internationaler Bedeutung anonym veröffentlichen zu lassen, wenn eine direkte Veröffentlichung aus Sicherheitsgründen (z.B. drohende Repressionen) nicht möglich ist. Dies ist ein gewaltiger Gewinn für unsere demokratische Gesellschaft, da dem Bürger Daten zugänglich gemacht werden können, die von ihren Volksvertretern bewusst verheimlicht werden.

Kritik müsse sich aber auch Wikileaks selbst gefallen lassen, welchem er deutliche Strukturdefizite wie die viel zu enge Ausrichtung um Julian Assange und die Konzentration auf medienwirksame Leaks anlastet. Deutliche Worte findet Stadelmann, wenn es um die Privatsphäre Einzelner geht: „Solange Wikileaks Kriegsverbrechen und politische Skandale aufdeckt, sind sie Helfer und Unterstützer der Demokratie und damit ein gewaltiger Gewinn für die Gesellschaft. Sobald Wikileaks die Privatsphäre von Privatpersonen verletzt, sei die Enthüllungsplattform gefährlich. Daher fordern die Jungen Ökologen klare Regelungen für Wikileaks:

1. Daten, die Privatpersonen betreffen, müssen anonymisiert werden. Das Recht auf Informationen hört dort auf, wo das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung beginnt. Dies gilt insbesondere für die Namen z.B. von afghanischen Informanten, deren eigenes Leben und das ihrer Familien durch eine nicht anonymisierte Veröffentlichung bedroht werden.

2. Wikileaks muss umstrukturiert werden, um nicht mehr als alleiniges PR-Mittel von Julian Assange und dessen engsten Kreis zu fungieren.

3. Plattformen wie Wikileaks brauchen ein Pendant zu den „Publizistischen Grundsätzen“ der Presse (sog. Pressekodex).

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